Features und Innovationen

Fashionbranche: smarte Lagerprozesse fürs Handling von Mischkartons bis Kollektionswechsel (Teil 1).

Die Fashionbranche arbeitet schnell, ist global vernetzt und steht unter permanentem Druck. Trends wechseln rasant. Absatzkanäle vervielfältigen sich. Kunden erwarten sofortige Verfügbarkeit.

Jedes Kleidungsstück durchläuft eine komplexe Wertschöpfungskette. Sie beginnt bei der Stofffaser und endet beim fertigen Outfit. Logistikleitungen und IT-Teams müssen diese Kette am Laufen halten. Dafür brauchen sie schlanke Prozesse in der Intralogistik. Nur so bleiben sie flexibel, wenn sich Kollektionen, Nachfrage und Vertriebskanäle ändern.

Drei eng verbundene Branchen:
  • Textilbranche: Sie produziert Garne, Stoffe und Fasern. Weben, Stricken, Färben und Veredeln bestimmen Qualität und Vielfalt. Hier entsteht die Grundlage jedes Kleidungsstücks.
  • Bekleidungsbranche: Sie verwandelt Materialien in tragbare Produkte. Design, Schnittmuster, Nähen und Endverarbeitung prägen das Ergebnis. Dazu zählen Alltagsmode, Berufsbekleidung und Schutzkleidung.
  • Modebranche: Sie lebt von Kreativität und Inszenierung. Labels, Designer, Modenschauen und Kampagnen machen Kleidung zu Statements.

Und dann gibt es noch Logistikdienstleister wie Meyer & Meyer und Fiege. Viele Labels lagern ihre gesamte Logistik aus, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Damit stehen Logistikdienstleister vor denselben Herausforderungen wie die Hersteller selbst.

Zu unseren Kunden aus der Fashion-Branche zählen unter anderem: Breuninger, Hugo Boss, HAKRO, NKD und die Oberalp Group mit Salewa.

Unsere Lösung versteht Fashion

Unser WMS ist auf die Anforderungen der Fashionbranche ausgelegt. Sie ist aber flexibel, wenn sich Prozesse von Wareneingang bis Versand verändern. Es sorgt für klare Lagerprozesse. Es beschleunigt Lieferzeiten. Und es unterstützt konsistente Einkaufserlebnisse. Kollektionswechsel, Retouren und Umtausch lassen sich sauber abbilden, wenn die Prozesse richtig greifen.

Die täglichen Herausforderungen in der Fashion-Logistik:
  1. Mischkartons mit verschiedenen Größen
    Filialen bestellen selten eine Größe. Sie brauchen einen Mix. Ein Karton enthält daher oft mehrere Größen. Unterschiedliche Artikelnummern in einem Karton müssen erfasst, gelagert und ausgeliefert werden.
  2. Kollektionswechsel und Nachfrageschwankungen
    Alte Bestände gehen raus, neue Kollektionen kommen rein. Trends auf Social Media können den Absatz über Nacht verdoppeln. Das Lager muss flexibel sein.
  3. Multichannel-, Crosschannel- und Omnichannel-Distribution
    Kunden kaufen online, im Geschäft oder über Marktplätze. Sie erwarten überall das gleiche Einkaufserlebnis. Alle Kanäle müssen synchron laufen und die Prozesse müssen in Echtzeit funktionieren. Die Logistik bildet dafür das Fundament.
  4. Rücksendungen, Umtausch und Reklamationen
    Ein großer Teil der Online-Bestellungen kommt zurück. Retouren gehören im Fashion-Business zum Alltag. Doch das Handling ist aufwendig: Qualitätsprüfung, Neuverpackung, Wiedereinlagerung und Gutschriften. Geschwindigkeit entscheidet über Kundenzufriedenheit und Marge.
  5. Hänge- und Liegeware
    Jacken hängen und Jeans liegen. Beides trifft aber im selben Lager aufeinander. Unterschiedliche Wareneingänge, Lagerzonen und Kommissionierwege erhöhen die Komplexität. Klare Strukturen und Automatisierung schaffen hier Ordnung.
Die Lösungen:
  1. automatisiertes Mischkartonhandling im Wareneingang
  2. effiziente Prozesse für Großmengenauslieferungen
  3. Echtzeit-Bestandsverwaltung
  4. smarter Kommissionierprozess für Einpositionsaufträge am AutoStore
  5. dynamische Lageranpassung bei Nachfrageschwankungen
  6. integriertes Kanalmanagement für Multichannel, Crosschannel und Omnichannel
  7. automatisiertes Retourenhandling mit Qualitätsprüfung
  8. getrennte, aber vernetzte Wareneingangsprozesse für Hänge- und Liegeware
1. Herausforderung: Mischkartons mit verschiedenen Größen

Ein Karton mit 100 Shirts in Größe S lässt sich leicht einlagern. Mischkartons, die mehrere Größen enthalten – etwa 50 Shirts in S und 50 in M – erhöhen den Aufwand. Solche Sets sind üblich, da Händler meistens gemischte Größen bestellen. Diese Struktur stellt besondere Anforderungen an den Wareneingang.

Lösung: automatisiertes Mischkartonhandling im Wareneingang

Es gibt zwei Optionen:

  1. vereinzeln und sortieren
    Wer seine Artikel einzeln lagert, öffnet den Karton im Wareneingang. Mitarbeitende trennen die Ware nach Größe. Das WMS ordnet jede Größe einem Bestand zu. Es vergibt Lagerplätze automatisch, das kann chaotisch oder nach der ABC-Analyse sein. Das Umpacken erfolgt an definierten Arbeitsplätzen.
  2. einlagern als Set-Karton
    Geht der gesamte Karton, so wie er ist an B2B-Kunden (Händler), bleibt er geschlossen. Er wird als Einheit, chaotisch oder mit fester Zuordnung, eingelagert. Das WMS erkennt, dass die Ladeeinheit verschiedene Artikel (Größen) enthält. Bei der Kommissionierung berücksichtigt die Software diese Zusammensetzung.

Automatisierte Unterstützung
EAN- oder Artikelcodes identifizieren jede Größe eindeutig. Das WMS zeigt an, ob der Karton einheitliche oder gemischte Größen enthält.

Eine Sortieranlage – wie sie etwa Meyer & Meyer nutzt – übernimmt die Trennung automatisch. Die Mitarbeitenden öffnen den Karton, legen die Ware in den Sorter und das System sortiert sie nach Artikel und Größe. Danach ist die Ware zur Einlagerung bereit.

2. Herausforderung: Kollektionswechsel, Nachfrageschwankungen und Saisonalität

Kollektionen wechseln schnell. Trends entstehen über Nacht. Was gestern ein Must-have war, landet morgen im Sale. Hersteller von Freizeitkleidung kennen dieses Tempo. Kaum treffen die ersten Sommerteile ein, steht schon die Herbstkollektion bereit. Vor Aktionen wie der Black Week, dem Saisonwechsel oder dem Weihnachtsgeschäft steigt die Nachfrage sprunghaft an und fällt danach ebenso schnell wieder. Ware kommt, geht, wird umgelagert oder retourniert. Das Lager wird zur Drehscheibe für Ware. Für die Logistik heißt das oft: Auslieferung im Akkord, Retouren in Massen.

Lösung 1: effiziente Prozesse für Großmengenauslieferungen

Beim Kollektionswechsel zählt jede Minute. Das Tagesgeschäft läuft, während die neue Linie an Filialen und Online-Shops raus muss. Retouren treffen ein, andere gehen zurück. Unser WMS behält den Überblick. Es steuert alle Abläufe präzise und sorgt dafür, dass jede Lieferung am richtigen Ort ankommt – schnell und transparent. Alle Materialflüsse sind miteinander verbunden und führt Mitarbeitende sicher durch jeden Prozess.

Lösung 2: Echtzeit-Bestandsverwaltung

Steht im Shop »verfügbar«, dann ist der Artikel wirklich da. Unser WMS überwacht alle Bestände und Standorte in Echtzeit. Es gleicht sie kontinuierlich mit dem ERP-System ab. Beispiel: Von einem Artikel liegen 10 Stück im Lager. Zwei sind reserviert, drei in der Kommissionierung, somit bleiben fünf verfügbar. Diese genaue Bestandsverfolgung verhindert Fehlbestände und stärkt das Vertrauen der Kunden.

Lösung 3: smarter Kommissionierprozess für Einpositionsaufträge am AutoStore

In Spitzenzeiten wie der Black Week steigen die Einzelaufträge plötzlich von 10.000 auf bis zu 30.000 pro Tag. Damit das Lager stabil bleibt, gibt es einen speziellen Kommissionierprozess für Einpositionsaufträge im AutoStore. Den genauen Ablauf finden Sie hier: Wie Sie aus einem Lager mit AutoStore das Maximum rausholen.

Der Prozess entlastet die Mitarbeitenden und beschleunigt den Versand. So bleibt das Team auch in Aktionsphasen effizient, konzentriert und handlungsfähig.

Lösung 4: dynamische Lageranpassung bei Nachfrageschwankungen

Trends wechseln schnell. Was heute gefragt ist, kann morgen schon liegen bleiben. Unser WMS reagiert darauf mit integrierter Bestandsplanung und präziser Nachfrageprognose. Die Software wertet historische Daten¹ aus, erkennt Muster und passt Bestände automatisch an. Sie kategorisiert Artikel nach der ABC-Analyse². So bleibt das Lager flexibel, stößt Nachschübe rechtzeitig an und optimiert Strategien laufend.

¹Kleidung, die sich kaum verändert – etwa Berufskleidung oder Basic-Linien – lässt sich besonders gut vorhersagen. Aber selbst, wenn sich im Folgejahr z. B. die Farbe des Poloshirts ändert, ermöglicht das Feld »Folgeartikel« eine präzise Prognose.

²ABC-Artikel sind Kategorien, die für alle Artikel eines Sortiments nach der ABC-Analyse gebildet werden. A-Artikel – die sogenannten »Schnellläufer« – haben eine hohe Absatzmenge und Zugriffsfrequenz und landen an besonders zugänglichen Lagerplätzen, um Wegezeiten zu sparen. C-Artikel dagegen dürfen es sich weiter hinten gemütlich machen. Das Ergebnis: kürzere Laufwege, geringere Kosten und schnellere Prozesse.

Ein Kundenbeispiel zeigt, wie das Zusammenspiel zwischen ERP-System und unserer Funktion »Forecast-Auftrag« im WMS abläuft.
Das ERP-System überträgt Prognosen (Forecasts) direkt ans WMS. Dieses erstellt automatisch Umlagerungsvorschläge und steuert Nachschübe. Zeigt die Prognose, dass ein Artikel bald häufiger gebraucht wird, startet das System selbstständig den Auftrag, etwa 30 Paletten vom Außenlager zum Hauptstandort. Ohne manuelle Eingriffe und ohne Zeitverlust.

Resultat: Die Fashionbranche braucht Lagerprozesse, die genauso flexibel sind wie die Trends, die sie hervorbringt. Mischkartons, Kollektionswechsel und saisonale Ausschläge zeigen, wie anspruchsvoll der Alltag hinter den Kulissen ist. Wer hier den Überblick behalten will, braucht nicht nur gute Strukturen, sondern ein WMS, das mitdenkt, mitlernt und mitwächst.

Ausblick: Im zweiten Teil geht es um Multichannel- bis Omnichannel-Distribution, Retourenprozesse sowie die besonderen Anforderungen von Hänge- und Liegeware.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und sprechen Sie mit einem unserer Experten zum Thema.

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