Features und Innovationen
Die Fashionbranche arbeitet schnell, ist global vernetzt und steht unter permanentem Druck. Trends wechseln rasant. Absatzkanäle vervielfältigen sich. Kunden erwarten sofortige Verfügbarkeit.
Jedes Kleidungsstück durchläuft eine komplexe Wertschöpfungskette. Sie beginnt bei der Stofffaser und endet beim fertigen Outfit. Logistikleitungen und IT-Teams müssen diese Kette am Laufen halten. Dafür brauchen sie schlanke Prozesse in der Intralogistik. Nur so bleiben sie flexibel, wenn sich Kollektionen, Nachfrage und Vertriebskanäle ändern.
Und dann gibt es noch Logistikdienstleister wie Meyer & Meyer und Fiege. Viele Labels lagern ihre gesamte Logistik aus, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Damit stehen Logistikdienstleister vor denselben Herausforderungen wie die Hersteller selbst.
Zu unseren Kunden aus der Fashion-Branche zählen unter anderem: Breuninger, Hugo Boss, HAKRO, NKD und die Oberalp Group mit Salewa.
Unser WMS ist auf die Anforderungen der Fashionbranche ausgelegt. Sie ist aber flexibel, wenn sich Prozesse von Wareneingang bis Versand verändern. Es sorgt für klare Lagerprozesse. Es beschleunigt Lieferzeiten. Und es unterstützt konsistente Einkaufserlebnisse. Kollektionswechsel, Retouren und Umtausch lassen sich sauber abbilden, wenn die Prozesse richtig greifen.
Ein Karton mit 100 Shirts in Größe S lässt sich leicht einlagern. Mischkartons, die mehrere Größen enthalten – etwa 50 Shirts in S und 50 in M – erhöhen den Aufwand. Solche Sets sind üblich, da Händler meistens gemischte Größen bestellen. Diese Struktur stellt besondere Anforderungen an den Wareneingang.
Es gibt zwei Optionen:
Automatisierte Unterstützung
EAN- oder Artikelcodes identifizieren jede Größe eindeutig. Das WMS zeigt an, ob der Karton einheitliche oder gemischte Größen enthält.
Eine Sortieranlage – wie sie etwa Meyer & Meyer nutzt – übernimmt die Trennung automatisch. Die Mitarbeitenden öffnen den Karton, legen die Ware in den Sorter und das System sortiert sie nach Artikel und Größe. Danach ist die Ware zur Einlagerung bereit.
Kollektionen wechseln schnell. Trends entstehen über Nacht. Was gestern ein Must-have war, landet morgen im Sale. Hersteller von Freizeitkleidung kennen dieses Tempo. Kaum treffen die ersten Sommerteile ein, steht schon die Herbstkollektion bereit. Vor Aktionen wie der Black Week, dem Saisonwechsel oder dem Weihnachtsgeschäft steigt die Nachfrage sprunghaft an und fällt danach ebenso schnell wieder. Ware kommt, geht, wird umgelagert oder retourniert. Das Lager wird zur Drehscheibe für Ware. Für die Logistik heißt das oft: Auslieferung im Akkord, Retouren in Massen.
Beim Kollektionswechsel zählt jede Minute. Das Tagesgeschäft läuft, während die neue Linie an Filialen und Online-Shops raus muss. Retouren treffen ein, andere gehen zurück. Unser WMS behält den Überblick. Es steuert alle Abläufe präzise und sorgt dafür, dass jede Lieferung am richtigen Ort ankommt – schnell und transparent. Alle Materialflüsse sind miteinander verbunden und führt Mitarbeitende sicher durch jeden Prozess.
Steht im Shop »verfügbar«, dann ist der Artikel wirklich da. Unser WMS überwacht alle Bestände und Standorte in Echtzeit. Es gleicht sie kontinuierlich mit dem ERP-System ab. Beispiel: Von einem Artikel liegen 10 Stück im Lager. Zwei sind reserviert, drei in der Kommissionierung, somit bleiben fünf verfügbar. Diese genaue Bestandsverfolgung verhindert Fehlbestände und stärkt das Vertrauen der Kunden.
In Spitzenzeiten wie der Black Week steigen die Einzelaufträge plötzlich von 10.000 auf bis zu 30.000 pro Tag. Damit das Lager stabil bleibt, gibt es einen speziellen Kommissionierprozess für Einpositionsaufträge im AutoStore. Den genauen Ablauf finden Sie hier: Wie Sie aus einem Lager mit AutoStore das Maximum rausholen.
Der Prozess entlastet die Mitarbeitenden und beschleunigt den Versand. So bleibt das Team auch in Aktionsphasen effizient, konzentriert und handlungsfähig.
Trends wechseln schnell. Was heute gefragt ist, kann morgen schon liegen bleiben. Unser WMS reagiert darauf mit integrierter Bestandsplanung und präziser Nachfrageprognose. Die Software wertet historische Daten¹ aus, erkennt Muster und passt Bestände automatisch an. Sie kategorisiert Artikel nach der ABC-Analyse². So bleibt das Lager flexibel, stößt Nachschübe rechtzeitig an und optimiert Strategien laufend.
¹Kleidung, die sich kaum verändert – etwa Berufskleidung oder Basic-Linien – lässt sich besonders gut vorhersagen. Aber selbst, wenn sich im Folgejahr z. B. die Farbe des Poloshirts ändert, ermöglicht das Feld »Folgeartikel« eine präzise Prognose.
²ABC-Artikel sind Kategorien, die für alle Artikel eines Sortiments nach der ABC-Analyse gebildet werden. A-Artikel – die sogenannten »Schnellläufer« – haben eine hohe Absatzmenge und Zugriffsfrequenz und landen an besonders zugänglichen Lagerplätzen, um Wegezeiten zu sparen. C-Artikel dagegen dürfen es sich weiter hinten gemütlich machen. Das Ergebnis: kürzere Laufwege, geringere Kosten und schnellere Prozesse.
Ein Kundenbeispiel zeigt, wie das Zusammenspiel zwischen ERP-System und unserer Funktion »Forecast-Auftrag« im WMS abläuft.
Das ERP-System überträgt Prognosen (Forecasts) direkt ans WMS. Dieses erstellt automatisch Umlagerungsvorschläge und steuert Nachschübe. Zeigt die Prognose, dass ein Artikel bald häufiger gebraucht wird, startet das System selbstständig den Auftrag, etwa 30 Paletten vom Außenlager zum Hauptstandort. Ohne manuelle Eingriffe und ohne Zeitverlust.
Resultat: Die Fashionbranche braucht Lagerprozesse, die genauso flexibel sind wie die Trends, die sie hervorbringt. Mischkartons, Kollektionswechsel und saisonale Ausschläge zeigen, wie anspruchsvoll der Alltag hinter den Kulissen ist. Wer hier den Überblick behalten will, braucht nicht nur gute Strukturen, sondern ein WMS, das mitdenkt, mitlernt und mitwächst.
Ausblick: Im zweiten Teil geht es um Multichannel- bis Omnichannel-Distribution, Retourenprozesse sowie die besonderen Anforderungen von Hänge- und Liegeware.